Qiu Miaojin – Aufzeichnungen eines Krokodils

Qiu_Miaojin_Aufzeichnungen_eines_KrokodilsAufzeichnungen eines Krokodils von Qiu Miaojin, veröffentlicht im März 2020 vom Ulrike Helmer Verlag.
Das Original 鱷魚手記 Èyú shǒujì, stammt aus dem Jahr 1994.

Inhalt
Taiwan in den 1980er-Jahren: Ausgerechnet an der Elite-Uni in Taipeh erwacht die Gegenkultur. Nachdem das Kriegsrecht aufgehoben ist, bricht die Jugend auf. Sie will leben und lieben, wie sie will. Aber wie geht das eigentlich: Freiheit?
Die Studentin Lazi liebt Frauen – und wehrt sich dagegen. Es ist schließlich verboten, Sünde, »verdorbene Nahrung«. Aber ihre Liebe zu der etwas älteren Shui Ling wird zur Obsession. Die beiden ringen heftig mit- und umeinander. Als Grenzen verletzt sind, flüchtet Lazi zu einer Clique schillernder Außenseiter, aber auch sie kämpfen mit sich und dem Leben. Da taucht eines Tages ein Krokodil in Menschenkleidern auf, das gern Pelze streichelt und am liebsten Windbeutel frisst. Und es gibt immer mehr Krokodile!

 

Qiu Miaojin (邱妙津)

(1969-1995) studierte in Taipeh Klinische Psychologie, später in Paris (u.a. bei der Philosophin Hélène Cixous) auch Gender Studies, schrieb und filmte. 1995 beging sie mit 26 Jahren Selbstmord. Qiu Miaojin, die für ihre Kunst und ihre Sexualität starb und für die Hoffnung und die Liebe lebte, avancierte durch ihre posthum veröffentlichten Romane zur LGBTQ-Ikone. Heute wird sie vor allem als ein visionäre Schriftstellerin der Moderne wiederentdeckt.

Film über Leben und Werk
Der Hong Kong Regisseur Evans Chan schuf mit seinem Film Love and Death in Montmartre (蒙馬特之愛與死) (Hong Kong 2019) eine Hommage an Qiu Miaojin. Darin wird ihr Werk gesichtet und der Weg der jungen Autorin und Filmerin von Taiwan über Tokyo nach Paris nachgezeichnet. Interview mit FreundInnen und LehrerInnen erschließen ihre Persönlichkeit und führen behutsam an den Tod der jungen Schriftstellerin heran, die für ihre Kunst und ihre Sexualität starb, aber auch Hoffnung, Liebe und Lebenslust zelebrierte. Der Film lief im Oktober 2019 auf den lesbisch schwulen Filmtagen in Hamburg.
Mehr Info über den Film in einem Artikel  von Hayley Scanlon auf Windows on Worlds und ein Interview mit Evans Chan auf Hong Kong Review of Books (in diesem Artikel sind sehr viele interessante weiterführende Links).
Foto Qiu Miaojin: (© Privat)

Martina Hasse

1961 geboren, studierte Sinologie, Kunstgeschichte und ostasiatische Kunstgeschichte in Hamburg und in Taiwan und arbeitet als Übersetzerin und Dolmetscherin für Chinesisch. Sie übersetzte bislang u. a. Li Ang, Lung Ying-tai, Liao Yiwu und den Literaturnobelpreisträger Mo Yan und befasst sich neben der Belletristik zudem mit der Übertragung von Filmen, Kunsthistorischem und Fachliteratur.

Ulrike Helmer Verlag

Gegründet 1987 in Frankfurt am Main von der Sozialwissenschaftlerin Ulrike Helmer.
Der Verlag veröffentlicht Romane und Krimis, Sachbücher, Biografien und Fachpublikationen.
Das Fachbuch-Programm umfasst sozialwissenschaftliche, kulturwissenschaftliche und literaturwissenschaftliche Monografien,

Studien und Reihen zur Frauen- und Geschlechterforschung bzw. Gender Studies, darunter sozialwissenschaftliche Grundlagenwerke wie die dreibändige Reihe »Klassikerinnen feministischer Theorie«.
Dazu ein Statement des Verlags:
“Gesellschaftliche Freiheit setzt insbesondere die Freiheit der Frauen voraus, daher steht die Vielfalt ihrer Lebensverhältnisse im Mittelpunkt unseres Programms. Es ist eine große Herausforderung, die Geschlechterverhältnisse als wandelbar zu begreifen. Dieser Herausforderung können und müssen sich heute auch Männer stellen. Unsere Bücher machen Mut, indem sie neue Perspektiven und Aufklärung bieten.”

Qiu Miaojin
Aufzeichnungen eines Krokodils
Aus dem Chinesischen übersetzt
von Martina Hasse
320 Seiten | 20,00 EUR [D]
2021 – ISBN 978-3-89741-441-9

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Text- und Fotocredit: Ulrike Helmer Verlag

Ein sehr lesenswerter Artikel von Alice Grünfelder auf Literaturfelder:
Gewaltige Zärtlichkeit

Bertrand Mialaret Qiu Miaojin: love letters and a suicide in Paris….

Weiterführende Links:
Info über Qiu Miaojin auf Wikipedia

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